JODHPUR : Die herrliche Festung Meherangarh ragt aus einem felsigen Bergrucken heraus und beherrscht so die einst unbezwingbare Blaue Stadt.Bei Sonnenuntergang fuhlt man sich wie in einem Spiefilm, wenn der kamerascheue Palast uber die ehrfurchtgebietenden Steinmauern spickt und die Einwohner im engen Chaos darunter umherwuseln. Jodhpur erstreckt sich mittlerweile uber die Grenze aus dem 16.Jh.hinaus, aber es ist die Unmittelbarkeit und GroBe der alten Stadt, einst ein wichtiger Zwischenstopp auf einer bedeutsamen Handelsroute, die die Reisenden mehr und mehr begeistert.

Neu-Jodhpur ist schmutzig und stinktdank freilaufender Kuhe und einer offenen Kanalisation.Doch kaum taucht man in die brahmanenblauen StraBen der Altstadt ab, findet man Schnupftabaksdosen und Reiterhosen, juwelenbesetzte Prachtgewander und sinnliche Gewurze.Es gibt alles, was man sich vorstellen kann, zum halben Preis und als Geschenk verpackt. Naturlich wird man auch hier belastigt, vor allem rund um den Uhrenturm, aber das ist nicht,was ein Shoppingausflug die Palace Rd entlag, ein VorstoB ins nachste Handwerkerdorf oder ein Ausflug zu den Mandore Gardens nicht wieder heilen konnte.

Jodhpur wurde 1459 von Rao Jodha, dem Anfuhrer eines Rajputen-Klans namens Rathor gegrundet.Als die Stadt wuchs, wuchsen auch die Ertrage aus dem Handel mit Opium, Sandelholz, Datteln und Kupfer.Das Konigreich der Rathoren wurde fruher auch gern frohlich Marwar, Land des Todes, genannt.Heute lacheln seine schnurrbartigen Manner vor allem fur die Kamera.


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