BHARATPUR : Bharatpur ist Heimat des Unesco-Weltnaturerbes des Keoladeo Ghana National Park, eines der weltweit wichtigsten Brutund Futterplatz fur Vogel.Das friedliche Schutzgebiet ist das Terrain begeisterter Twitcher (Vogelbeobachter). In 29 km Marschland leben 364 Vogelarten, u.a.viele bedrohte Seevogel, die hier auf ihren Wanderrouten aus Zentralasien Halt machen.

Im17. und 18.Jh. war Bharatpur ein wichtiger Zufluchtsort fur die Jats, die ihre Tapferkeit im Kampf und ihre Zweckehen mit adeligen Rajputen erhalten haben.Sie widersetzten sich den Moguln mehrgach und ihre Festung aus dem 18.Jh. widerstand auch langen Belagerung 1825. Diese Belagerung fuhrte zur Unterzeichnung des ersten Freundschaftsvertrags zwischen den nordwestlichen indischen Staaten und der Ostindischen Kompanie.Der Einfluss der Jat und die Lage der Stadt direkt neben der Grenze zu Utter Pradesh bewirkten, dass Bharatpur eher den Orten des Nachbarstaats als denen Rajasthans ahnelt.

Die unerschutterlichen Festungsanlagen blieben bestechen, Bharatpur selbst aber hat viel von seinem Charme verloren.

Sehenswertes: Lohagarh, das "Eiserne Fort" aus dem fruhen 18.Jh., nimmt eine komplette kleine kunstliche Insel in der Stadtmitte ein. Maharadscha Suraj Mahl hat innerhalb der Walle zwei Turme erbauen lassen -Jawahar Burj und Fateh Burj-,um an seine Siege uber die Moguln und die Briten zu erinnern. Zu der schmucklosen Anglage gehoren auch drei verfallene Palaste. Einer von ihnen, mitten in einem ruhigen Innenhof, beherbergt ein kaum besuchtes Museum mit jainistischen Skulpturen,Gemalen,Waffen und verstaubten Tiertrophaen. Am spektakularsten ist der echte hammam (turkisches Bad) des Palastes.

KEOLADEO GHANA NATIONAL PARK : Oktober bis Februar sind bei Weitem die besten Monate, um den Park zu besuchen. Dann sieht man viele Zugvogel. Zu anderen Zeiten kann es trocken und ziemlich vogelfrei sein.

Am besten kann man die Vogel fruhmorgen oder abends beobachten. Man kann mit Saruskranichen (und ihrem spektakularen Brauttanz), Fischreihern, Silberreihern, Gansen, Eulen, Kormoranen und Eisvogeln rechnen. Pythons sieht man vor allem im Winter, wenn sie aus ihren Verstecken kommen, um ein Sonnenbad zu nehmen. Die sudlichen Gebiete sind ein Gewirr aus verlassenen, verschlungenen Pfaden und offiziell geschlossen-es geht das Gerucht, ein Tigerin wurde sich hier aufhalten.

Dieses Schutzgebiet war fruher eine weite halbtrockene Region, die sich wahrend der Regenzeit mit Wasser fullte und danach wieder austrocknete. Um dies zu verhindern, lieB der Maharadscha von Bharatpur Wasser vom benachbarten Bewasserungskanal abzweigen und schon bald lieBen sich die Vogel in Scharen nieder.

Allerdings dringt ein Unesco-Bericht von 2006 darauf, dass ein Wasserreservoir im Park eingerichtet werden muss, denn eine Durre (zusammen mit unkontrolliertem RinderfraB) hat starke Schaden verursacht. Letztes Jahr versuchte die Rigierung, Wasser vom benachbarten Panchana-Damm abzuzweigen, stieB aber auf heftigen Widerstand der dortigen Dorfbewohner.

DEEG : Deeg wurde von Suraj Mahl in der Mitte des 18.Jh. als Sommerresidenz fur die Herrscher von Bharatpur erbaut und war gleichzeitig die zweite Hauptstadt des Staats Bharatpur.Die Stadt war Schauplatz einer beruhmten Schlacht, in der die Armee starken vereinten Mogul-und Marathenarmee widerstand.

Heute ist Deeg fur den Suraj Mahl's Palace bekannt, der einer der schonsten und ebenmaBigsten Gebaude Indiens ist. Erist toll erhalten und sieht aus wie in einer Zeitkapsel konserviert-bis in die fruhen 1970er-Jahre wurde er von den Maharadschas bewohnt. Die Raume enthalten noch die Originalmobelm, von den verblassten dicken Sofas bis zu den riesigen Fachern.

Im 18.Jh. in einer Kombibation aus Mogul-und Rajaputen-Architektur erbaut, steht der Palast vor einem groBen Teich (einem Reservoir), dem Gopal Sagar, und wird von zwei herrlichen Pavillons flankiert.AuBerhalb des Parks gibt's weitere extravagante Details,u.a.die Monsunpavillons, die donnerartige Gerausche erzeugen, wenn es regnet. Am Keshav Bhavan (Sommerpravillon) stehen Hunderte von Fontanen, die zu den ortlichen Festen angestellt werden und dann eingefarbtes Brunnenwasser in die Hohe schleudern. Die Fontanen werden von Hand gestartet-der Wasserdruck treibt sie an, wenn an den Tanks auf dem Dach Verschlusse geoffnet werden.

Die massiven Walle rund um Deeg (bis zu 28 m hoch) und die zwolf riesigen Bastionen, von denen einige noch mit ihren Kanonen ausgestattet sind, lohnen sich ebenfalls zu besuchen. Vom Palast aus kann man auf die Walle hinaufsteigen.


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