JHANSI : Ein Blick auf die Landkarte demonstriert: Jhansi liegt an der schmalen Spitze eines runden Uttar-Pradesh-Auslaufers, der an dieser Stelle nach Madhya Pradesh hineinragt. Ostlich davon beginnt das Bergland von Bundelkhand, das verschiedenen dacoits (Gesetzlosen) wie der Banditenkonigin Phoolan Devi lange Zeit als Unterschlupf diente. Die Festung Jhansi zeugt von einer turbulenten Geschichte. Heutzutage nutzen Traveller die Stadt hauptsachlich als Zwischenstation auf dem Weg nach Orchha und Khajuraho.
Geschichte : Als 1853 der Radscha von Jhansi starb, zwangen die Briten seine Witwe und Nachfolgerin, die Rani Lakshmibai, zuruckzutreten (ein umstrittenes Gesetz erlaubte es den Briten, jedes Gebiet unter ihre Fittiche zu nehmen, dessen Herrscher starb, ohne einen mannlichen Erben zu hinterlassen). Vier Jahre spater tobte der indische Aufstand, zu deren Anfuhrern in Jhansi Rani Lakshmibai gehorte. Das britische Kontingent wurde niedergemetzelt. Doch schon im folgenden Jahr gelang es den Briten erneut, Jhansi in ihre Gewalt zu bekommen; Streitereien unter den Rebellen halfen ihnen dabei. Die Rani floh nach Gwalior. In einem letzten todlichen Aufbaumen ritt sie als Mann verkleidet den Briten entgegen und wurde so zur Heldin der indischen Unabhangigkeitsbewegung.
JHANSI FORT : Maharadscha Bir Singh Deo von Orchha lieB das Fort Jhansi im Jahr 1613 erbauen. Das Bollwerk weist immer noch Spuren des Gemetzels auf, das sich einst innerhalb des doppelten Mauerrings und des Krokodilgrabens zutrug.
Uber die Brustung in der Nahe des Flaggenturms fluchtete Rani Lakshmibai hoch zu Ross, ihren Adoptivsohn hinter sich im Sattel. Das Pferd soll den Sprung zwar nicht uberlebt haben, was jedoch nichts daran andert, dass die Geschichte wohl ein wenig ubertreiben sein konnte-denn unterhalb der Mauren gahnt ein 15 m tiefer, felsiger Abgurnd.
An anderer Stelle steht die zweite Kanone made in India. Sie wurde 1787 aus acht verschiedenen Metallen hergestellt. Zu sehen gibt's auBerdem ein deutsches Maschinengewehr, das von den Briten eingesetzt wurde. Von den Wehranlagen prasselte kochendes Wasser auf die Soldaten des Empire hinunter. Nach ihrem Sieg bauten die Briten eine Mauer wieder auf und versahen sie mit SchieBacharten fur ihre Maschinengewehre.
Die Briten sperrten die gefangenen Freiheitskampfer in einem schmutzigen Verlies ein und begruben drei Gefallene (zwei Muslime und einen Hindu) auf dem Festungsgelande. AuBerdem wurde eine Kirche mit blauen Turmen errichtet. Der hiesige Shiva-Tempel blieb jedoch unbehelligt.
