AURANGABAD : Es heiBt, fur jeden kommt einmal die Zeit, und fur Aurangabad kam sie , als der letzte bedeutende GroBmogul Aurangabad die Stadt von 1653 bis 1707 zu seiner Hauptstadt erkor. Obwohl diese Glanzzeit nur kurz wahrte, sind in der Stadt doch eine ganze Reihe sehenswerter historischer Denkmaler erhalten geblieben, darunter eine entzuckende Nachahmung des Taj Mahal und ein paar groBartig aus dem Fels geschlagene Hohlen. Der wirkliche Grund, nach Aurangabad zu kommen, ist jedoch, dass die Stadt eine ausgezeichnete Ausgangsbasis fur den Besuch der Weltkulturerbestatte Ellora ist.
Aurangabads traditionelles Gewerbe war die Seidenproduktion: heutzutage ist die Stadt ein wichtiges industrielles Zentrum, vor allem fur Bierbrauereien und Fahrrafabriken.
BIBI-QA-MAQBARA : Das 1679 als Mausoleum fur Aurangzebs Frau Rabia-ud-Daurani errichtete Bibi-qa-Maqbara als ,,Taj fur Arme" bekannt-ein recht ironischer Verglecih,wenn man weiB, dass Aurangzebs Vater kurze Zeit nach Errichtung des Taj Mahal von seinem Sohn wegen seiner Verschwendungssucht vom Thron gestoBen und eingekerkert wurde! Der Vergleich ist aber auch deshalb ein wenig unfair, weil das Grabmal, trotz der unubersehbaren Verwitterung, allemal einen weit eindrucksvolleren Ablick bietet als ein x-beliebiger Grabstein.
Daulatabad : Auf halbem Wege zwischen Aurangabad und den Hohlen von Ellora befindet sich auf einem Hugel die auch als Ruine noch wirklich groBartige Festung Daulatabad. Das Fort langen Trutzmauern umgeben und die zentrale Bastion thront auf einem 200 m hohen Hugel, der ursprunglich als Devagiri, der Hugel der Gotter, bekannt war. Heute ist die Festung ein friedvoller Ort, wo viele Affen und Eichhornchen auf den Zinnen herumturnen und pompose Pfauen uber den Rasen stolzieren.
Im 14. Jh. wurde die Stadt von Sultan Mohammed Tughlaq in Daulatabad, die Stadt des Glucks, umbenannt. Dieser Herrschcer verfiel auf die verruckte Idee, sich nicht nur eine neue Hauptstadt zu errichten, sondern auch gleich noch die gesamte Einwohnerschaft von Delhi hierher zu verschleppen, um die neue Stadt zu bevolkern. Wer nicht auf diesem Marsch umkam, konnte einige Jahre spater wieder den Ruckmarsch antreten, denn Daulatabad erwies sich als ungeeignet als Hauptstadt.
Der Aufstieg zum Gipfel dauert mindestens 45 Minuten, als Lohn fur diese Anstrengung gibt's einen prachtvollen Blick auf die umgebende Landschaft. Auf dem Weg nach oben kommt man an einer Reihe einfallsreicher Verteidigungsanlagen vorbei, darunter mehrfache Tore, deren Turen mit Stacheln bewehrt sind, um Elefantenangriffe zu verhindern. Ein Siegesturm, der 1435 errichtete Chand Minar (Turm des Mondes), ragt 60 m hoch auf, doch leider kann man ihn nicht besteigen.
Noch weiter oben befindet sich der Chini Mahal, in dem Abul Hasan Tana Shah, der Konig von Golconda, nach zwolfjahriger Gefangenschaft ( ab 1687) starb. Das Gebaude war fruher mit blauen und weiBen Fliesen verkleidet, von denen aber nur noch ein paar verwitterte Reste erhalten sind. Man sieht hier auch eine 6 m lange Kanone, die aus funf verschiedenen Metallen gegossen wurde und in die Aurangzebs Name eingraviert ist.
Ein Teil des Aufstiegs fuhrt durch einen vollig finsteren, in Spiralen gewundenen Tunnel-hier konnten die Verteidiger der Festung pontenzielle Angreifer mit brennenden Kohlen,Pfeilen oder auch kochendem Wasser empfangen ( angeblich wurde die Festung trotz all dieser aufwendigen Vorkehrungen einmal erobert und zwar einfach dadurch, dass man die Wache am Tor bestach). Normalerweise halt sich ein Fuhrer in der Nahe des Tunnels auf, um Interessierten gegen ein kleines Trinkgeld den Weg mit einer Fackel zu beleuchten beim Abstieg ist man aber auf sich allein gestellt. Achtung: fur Altere, Kinder und Leute, die zu Schwindelanfallen neigen, sind die verfallenen Treppen und steilen Absturze durchaus gefahrlich.
Khuldabad : Die verwahrloste, ummauerte Stadt Khuldabad, der ,, himmlische Wohnsitz" ist ein netts kleines muslimisches Pilgerstadtchen nur 3 km von Ellora entfernt.Eine Reihe historischer Personlichkeiten wurden hier begraben, darunter Aurangzeb, der letzte bedeutende GroBmogul. Obwohl der Herrscher so reich war wie heute der Sultan von Brunei, hinterlieB Aurangzeb die Anweisung, er wolle in einem einfachen Grab beerdigt werden, fur das nur das Geld ausgegeben werden durfte, das er mit dem Nahen muslimischer Kopfbedeckungen verdient habe-und so erhielt er ein schlichtes Erdgrab in einem Hof des Alamgir Dargah Kontrast zu dem phantastischen Mausoleum seiner Frau, dem Bibi-qa-Maqbara in Aurangabad, konnte nicht groBer sein.Beim Besuch des Grabmals mussen Manner den Kopf bedecken; Frauen durfen den Innenraum nicht betreten.
