CHENNAI (MADRAS) : Chennai hat weder das kosmopolitische, wohlhabende Flair von Mumbai (Bombay) noch die optimistische Stimmung von Bengaluru (Bangalore) oder die hisorische Dramtik von Delhi.Die Stadt ist druckend, mit Umweltverschmutzung belastet, heiB wie die Holle und man kommt schlecht in ihr herum.An traditionellen Sehenswurdigkeiten mangelt es.Und selbst die hiesigen Filmstars sind,wie ein Einwohner es formulierte, ,, nicht so heiB".

Dafur sind die Menschen hier ein wenig freundlicher,die StraBen ein wenig breiter und das Tempo ist trotz der boomenden IT-Branche, der Outsourcing-Unterneh-men und der Auto-Industrie ein wenig gemachlicher als in den meisten indischen Stadten,die nur halb so groB sind.Chennai ist so bescheiden, dass man kaum bemerkt,dass man sich in einem machtigen Industriezentrum, noch viel weniger,dass man sich in einer Konigin des Show-Biz befindet-Indiens viertgroBte Stadt ist wirklich die zuruckhaltenste.

Chennai (fruher Madras) halt in aller Ruhe an Traditionen fest.Selbst die Tendenz zur Zersiedlung-die Stadt ist mehr als 70 km2 groB,ohne ein wirkliches Zentrum zu haben -bewirkt nur,dass die Stadt wie ein Anhangsel der kleinen Kustendorfern  wirkt, aus denen sie entstand.Und die Stadt bleibt zutiefst konservativ-viele Leute tragen den Lungi (eine Art Sarong), Alkohol ist verpont und die religiose Hingabe groB.

Da es nur eine Handvoll Sehenswurdig-keiten gibt, nimmt Chennai nicht viel Reisezeit in Anspruch.Man sollte sich auf den Markten von George Town oder Theagaraya Nagar umsehen, bei Sonnenuntergang einen Spaziergang an den Marina Beach machen und das dorfliche Leben mitten in der Stadt genieBen.

GESCHICHTE : Das Gebiet um Chennai lockt seit jehr Seefahrer,Gewurz-und Stoffhandler an.Vor mehr als 2000 Jahren triben die Einwohner Handel mit den Chinesen, Griechen, Phoniziern.Romern und Babyloniern. Im 16.Jh.kamen die Portugiesen, danach die Niederlander.Die Briten begnugten sich anfangs damit, den Niederlandern Gewurze und andere Guter abzukaufen, beschlossen aber 1599, deren Handelsmonopol zu brechen, als die Niederlander den Peris fur Pfeffer anhoben.1639 grundete die britische Ostindische Kompanie eine Niederlassung in dem Fischerdorf Madraspatnam; 1653 wurde das Fort St.George fertiggestellt.George Town erhielt 1688 von Konig Jakob II. das Stadtrecht, womit es die alteste Stadtgemeinde mit eigener Verfassung in Indien ist.

Im 18.Jh.wurde die Vormacht der Ostindischen Kompanie von den Franzosen angefochten.Robert Clive (Clive of India), eine Schlusselfigur des britischen Feldzugs,stellte eine Armee von 2000 Sepoys (indischen Soldaten in britischen Diensten) auf und startete eine Reihe von Militarexpeditionen, die zu den Karnatik-Kriegen fuhrten, ImJahr 1756 zogen sich die Franzosen nach Pondicherry (heute Puducherry) zuruck, die entlasteten Briten konnten nunmehr das Fort St.George ungestort ausbauen.

Im 19.Jh. wurde die Stadt Sitz der Prasidentur von Madras, einer der vier Regierungsbezirke Britisch-Indiens. Nach der Unabhangigkeit wuchs die Stadt weiter und ist heute ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Suden.


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