KOCHI (COCHIN) : Wer genau hinhort, kann den allgemeinen Sehnsuchtsseufzer horen,wenn von einem Trip ins entspannte Fort Cochin die Rede ist. Kochi zieht seit uber 600 Jahren Wanderer und Handler an und ist ein lebendiges Zeugnis fur eine vielfaltige koloniale Vergangenheit: Hier gibt es riesige Fischernetze, die von chinesischen Kaufleuten inspiriert wurden, eine Synagoge aus dem 16. Jh.,uralte Moscheen, portugiesische Hauser, die man vor einem halben Jahrtausend errichtet hat und die zerfallenden Reste der britischen Kolonialherrschaft.Daraus ergibt sich eine sonderbare Mischung aus einem mittelalterlich-portugiesischen, niederlandischen und englischen Dorf direkt an der tropischen Malabarkuste-jedenfalls ein groBartiger Ort,um einige Zeit zu verbringen, in die Geschichte einzutauchen, Kunstgalerien zu durchstobern und in einigen der schonsten historischen Unterkunften Indiens zu ubernachten.
Ernakulam auf dem Festland ist das hektische Verkehrszentrum und das kosmopolitische Herz Keralas, wo Neonlichter und teure Markenladen das Bild bestimmen.In den historischen Stadlleilen Fort Cochin und Mattancherry geht es dagegen wunderbar ruhig zu-hier spurt man die Vergangenheit noch richtig, und auf den StraBen sind tatsachlich immer noch mehr Ziegen als Autorikschas unterwegs.Und das findet man in keiner anderen indischen Stadt.
Orientierung : Kochi besteht aus einer Reihe von Inseln und Halbinseln und aus Ernakulam auf dem Festland.Die Inseln Willingdon, Bolgatty und Gundu liegen im Hafen,Fort Cochin und Mattancherry auf der sudlichen Halbinsel und die Inseln Vypeen und Vallarpadam nordlich von Fort Cochin.Zwischen allen Stadtteilen verkehren Fahren.Brucken verbinden Ernakulam mit Willingdon und der Halbinsel, auf der Fort Cochin und Mattancherry liegen.Die neu gebaute Goshree-Brucke verbindet Ernakulam auBerdem mit den Inseln Bolgatty, Vallarpadam und Vypeen.
TRADITIONELLE KUNSTFORMEN KERALAS : Kathkali : Die Kunstform Kathakali ist um dieselbe Zeit entstanden, als Shakespeare seine Dramen schrieb, aber einzelne Elemente reichen bis zu Tempelritualen des 2. Jhs. zuruck. Kathakali-Vorfuhrungen stellen eine dramatisierte Handlung dar, die meistens auf den Hindu-Epen Ramayana und Mahabharata oder auf den Purana-Legenden beruht.Dabei werden alle groBen Themen der Menschheit behandelt-des Gute und das Bose, Schwache und Mut, Armut und Reichtum,Krieg und Frieden.
Trommler und Sanger begleiten die Schauspieler, die die Geschichten durch sehr prazise Bewegungen vermitteln, durch besondere mudras (Gesten mit der Hand) und mit Mimik.Fruher fanden die Vorfuhrungen auf dem Tempelgelande statt und dauerten von 20 Uhr bis zur Morgendammerung.Heute sind auch kurzere Vorfuhrung an anderen Orten beliebt, drauBen und drinnen.
Die Vorbereitungen auf die Auffuhrung sind langwierig und verlangen Disziplin.Mit Schminke, phantastischen Kostumen, kunstvollen Frisuren und Meditation verwandeln sich die Akteure korperlich und mental in die die Gotter, Helden und Damonen, die sie darstellen sollen.
Kalarippayat : Kalarippayat ist eine alte Lehre von Kampkunst und Disziplin.Sie wird heute noch uberall in Kerala gelehrt, und manche halten sie fur das Urbild aller Kampfkunste.Die Wurzeln reichen jedenfalls bis ins 12. Jh. zuruck, als Querelen zwischen den vielen kleinen Feudalstaaten in der Region an der Tagesordnung waren.
Die kalarippayat-Bewegungen bilden in den traditionellen darstellenden Kunsten Keralas die Grundlage jener Choreografie, die die Korper und Gesten der Schauspieler als die wichtigsten Ausdrucksmittel einsetzt.Man findet sie im Kathakali und im kootiattam (dem traditionellen Sanskritdrama), aber auch in Ritualen wie dem theyyam.
