BIJAPUR : Ruinen und noch intakte Schmuckstucke muslimischer Architektur aus dem 15.bis 17.Jh.zieren die staubige, alte Stadt Bijapur wie so viele andere Uberbleibsel der einstigen Pracht der Sultane.Ein faszinierender Ort, der mit einer Vielzahl von Moscheen,Mausoleen,Palasten und Festungen aufwarten kann,deren herbe Schonheit im starkem Kontrast zu den uppig verzierten Chalukya-und Hoysala-Tempeln weiter sudlich steht.
Bijapur,die Hauptstadt der Adil-Shahi-Konige (1489-1686), war einer der Splitterstaaten, die entstanden, als das muslimische Konigreich der Bahmani 1482 auseinanderbrach.Die Stadt hat einen stark muslimischen Charakter, ist aber auch ein Zentrum des Lingayat-Zweigs des Shivaismus, der die Existenz eines einzelnen personalisierten Gottes betont.Das Lingayat Siddeshwara Festival findet acht Tage lang im Januar/Februar statt.
GOLGUMBAZ : Das unproportionierte,aber prunkvolle,von ruhigen Garten umgebene Golgumbaz ist das groBte Monument von Bijapur-und zwar sowohl im wortlichen als auch im uber-tragenen Sinn.Im Jahr 1659 errichtet, dient das Gebaude als Mausoleum von Adil Shah (1626-56), seinen beiden Ehefrauen, seiner Geliebten (Rambha), einer seiner Tochter und seines Enkels.Ihre Sarge stehen auf einer erhohten Plattform im Zentrum der riesigen Halle.die eigentlichen Graber aber befinden sich in der Gruft, in die man uber eine Treppe unter dem westlichen Eingang gelangt.
Achteckige, siebenstockige,Turme stehen an jeder Ecke der Halle,die von einer enormen Kuppel mit einem Durchmesser von 38 m bekront wird-es heiB,dass nur noch die Peterskirche in Rom eine groBere Kuppel hat.Steigt man die steilen,engen Treppen in einem der Turme hinauf, erreicht man die ,,Flustergalerie" mit ihrer sagenhaften Akustik: Flustert jemand aneinem Ende das Gesagte klar und deutlich horen,und jeder Ton hat ein zehnfaches Echo.Leider testen das viele mit Geschrei.
NOCH MEHR BAUERKE : Auf der ostlichen Seite der Zitadelle steht die kleine, von Mauern umgebene Mecca Masjid die vermutlich Anfang des 17. Jhs. errichtet wurde. Manche glauben, dass 17. Jhs, errichtet wurde. Manche glauben, dass diese Moschee mit ihren hohen Mauern und ihrer klosterlichen Anmutung fur Frauen erbaut worden sein konnte. Der Asar Mahal im Osten der Zitadelle wurde um 1646 von Mohammed Adil Shah als Gerichtsgebaude errichtet. Fruher wurden hier zwei Haare vom Bart des Propheten aufbewahrt.Die Raume im Obergeschoss sind mit Fresken verziert und an der Vorderseite steht ein rechteckiges Wasserbecken.Ein Schild lasst keine Zweifel daran, dass Frauen hier keinen Zutritt haben.Der etwas heruntergekommene, aber reich verzierte Mihtar Mahal im Suden dient als schmuckvoller Eingang zu einer kleinen Moschee.
Der Upli Buruj ist ein aus dem 16. Jh. stammender, 24 m hoher Wachturm, der sich in der Nahe der westlichen Stadtmauer erhebt. Die auBere Treppe fuhrt zur Turmspitze, wo es ein paar dicke Kanonen gibt und man eine gute Aussicht hat. Ein kurzer Spaziergang in westliche Richtung bringt einen zum Malik-e-Maidan (Monarch der Ebene), einer riesigen Kanone, die uber 4 m lang ist, einen Durchmesser von fast 1,5 m hat und schatzungsweise 55 t wiegt. Die 1549 gegossene Kanone wurde mithilfe von zehn Elefanten, 400 Ochsen und Hunderten von Manneren als Kriegstrophae nach Bijapur gebracht. Die Legende besagt, dass die Kanoniere nach dem Zunden der Lunte in den Festungsgraben sprangen, um nicht taub zu werden. Ein skurriles Detail: Die Mundung der Kanone hat die Form eines Lowen (der den Islam reprasentiert), dessen messerscharfe Zahne sich um einen Elefanten mit cartoon-artigen Knopfaugen ( Hinduismus ) schlieBen, der zu fliehen versucht.
