HYDERABAD & SECUNDERABAD :
In Hyderabad und Secunderabad (oder City of Pearls) residierten einst die machtigen Adelsfamilien der Qutab Shahi und der Asaf Jahi. Heute herrscht Indiens bedeutende Software-Dynastie nicht nur uber Bengaluru ( Bangalore), sondern auch Hyderabads Westen. Als ob es von einer hoheren Macht dazu bestimmt worden ware, bringt Cyberabad Arbeitsplatze, gefullte Bankkonten hervor. Anscheined wurde dieser Stadt der Reichtum mit in die Wiege gelegt.
Den Gegenpol zur strahlenden Moderne Cyberabads bildet dessen charmante und betagte "GroBmutter" das alte muslimische Viertel. Manche seiner Monumente haben mehrere Jahrhunderte auf dem Buckel, andere sind sogar noch alter, aber nicht minder bezaubernd. Tatsachlich strotzt die ganze Stadt nur so vor architektonischen Juwelen. In dieser Beziehung steht sie den goldbestickten Gewandern der Asaf-Jahi-Prinzessinnen in nichts nach. An jeder Ecke stoBt man auf reichverzierte Graber, Moscheen, Palaste und Wohnhauser aus vergangenen Tagen. Die Bauwerke liegen teilweise recht versteckt. Manche haben schon bessere Tage gesehen, was ihrer Attraktivitat aber keinerlei Abbruch tut. Wer mit offenen Augen durch die Stadt lauft, wird sicher einiges davon entdecken.
Einst war Hyderabad ein wichtiges Zentrum der muslimischen Kultur. Auch heute betet ein groBer Teil seiner Bevolkerung gen Mekka. Die Metropole ist das sudindische Pendant zum Mogul-Pomp Delhis, Agras und Fatehpur Sikris. Anmutig vereint sie hinduistische und islamische Traditionen in sich. Und dann erhebt sich noch an markanter Stelle ein 17, 5 m hoher Buddha.
Die Einwohner Hyderabads beeindrucken Besucher mit ihrer entspannten Freundlichkeit. Viele Traveller empfinden die Stadt schlichtweg als Genuss: Hier kann man allerlei unternehmen und besichtigen, ohne dabei groBartig belastigt zu werden.
Geschichte : Ende des 16. Jhs. litt Golconda unter Wassermangel. Die Qutb-Shahi-Herrscher waren daher gezwungen, ihren Wohnsitz zu verlegen. Diesem Umstand verdankt Hyderabad seine Existenz. Zusammen mit der koniglichen Familie verlieB Mohammed Quali das Golconda-Fort und erreichtete seine neue Residenz unter den Namen Hyderabad am Ufer des Musi. Als deren Wahrzeichen lieB er gleich zu Beginn der Charminar aus dem Boden stampfen.
1687 wurde die Stadt von den Truppen des GroBmoguls Aurangzeb uberrannt. Fortan hatten Vizekonige in Hyderabad das Sagen, die von der Mogulregierung in Delhi eingesetzt wurden. Als der Stern des Mogulreichs aber immer weiter sank, nutzte der damalige Vizekonig Asaf Jah die Gunst der Stunde: 1724 erklarte er Hyderabad zu einem unbhangigen Staat und sich selbst zu dessen Oberhaupt. So nahm die Nizam-Dynastie von Hyderabad ihren Anfang-und damit die Blutezeit der muslimischen Tradition, als deren Zentrum in Indien Hyderabad ganz im Zeichen von Kunst, Kultur und Bildungswesen stand. Auch kostbare Edelsteine und Mineralien waren in Hulle und Fulle vorhanden. Dies verhalf den Nizams zu ihrem gewaltigen Reichtum. Beispielsweise stammt der weltberuhmte Koh-I-Noor-Diamant ursprunglich von hier. William Dalrymples empfehlenswertes Buch White Mughals liefert ein faszinierendes Portrat Hyderabads zur Zeit der Nizam-Dynastie.
Orientierung : Hyderabad besteht aus vier Stadtteilen, die jeweils ihr eigenes Gesicht haben: Brumende Basare und bedeutende Wahrzeichen wie der Charminar pragen die Altstadt am Musi.
Nordlich vom Fluss liegen der Mahatma-Gandhi-Busbahnhof (oder Imlibun), Hyderabads Bahnhof Nampally und die Hauptpost. Die Abid Rd verlauft durch den Stadtbezirk Abids mit zahlreichen tollen Budgetunterkunften.
Weiter nordlich erstreckt sich jenseits von Hussain Sagar Secunderabad. Hier befinden sich der Busbahnhof Jubilee und ein zweiter Riesenbahnhof, an dem viele Regionalzuge ankommen und abfahren.
SALAR JUNG MUSEUM : Die riesige Sammlung des Salar Jung Museums hat Exponate, die bis ins 1. Jh. zuruckreichen. Zusammengetragen hat sie Mir Yusaf Ali Khan ( Salar Jung III.), der GroBwesir des siebten Nizams, Osman Ali Khan ( reg. 1910-49). Zu den aus allen Ecken des Planeten stammenden 35 000 Ausstellungsstucken gehoren Skulpturen, Holzschnitzereien, Devotionalien, Miniaturgemalde aus Persien, illuminierte Manskripte und Waffen. Dazu kommen mehr als 50 000 Bucher. Gelegentlich kann man in Sonderausstellungen die eindrucksvolle Juwelensammlung der Nizams bewundern. Fotografieren ist dort nicht gestattet.
Am Sonntag sollte man einen groBen Bogen um das dann vom Chaos regierte Museum machen. Die Buslinie 7 fahrt vom Busbahnhof in Abids bis zur nahe gelegenen Brucke uber den Musi.
CHOWMAHALLA-PALAST : Ihr Faible fur architektonischen Pomp stellten die Nizams letztmals unter Beweis, als sie die Restaurierung des prachtigen Palasts finanzierten. Der Komplex besteht genau genommen aus vier ( char ) Palasten ( mahalla). Er wurde im spaten 18. Jh. begonnen und wahrend der nachsten 100 Jahre standig erweitert. Die Anlage vereint u.a. persische, indo-sarzenische und europaische Architekturstile in sich, erganzt durch Einflusse aus Rajasthan. Teil des Khilwat-Mubarak-Komplexes ist die prachtige durbar-Halle. Unter den 19 gigantischen Kronleuchtern aus belgischem Kristall gaben die Nizams ihre Empfange. Heute beherbergt der Saal diverse Ausstellungen mit Fotos, Waffen und Gewandern. Vorhange schmucken den Balkon uber der Haupthalle. Hier nahmen einst die Damen der Dynastie Platz, die samtlichen durbars ausschlieBlich verschleiert beiwohnten.
HEH THE NIZAM'S MUSEUM : Im Purani Haveli aus dem 16. Jh. residierte einst Hyderabads sechster Nizam.Fath Jang Mahbub Ali Khan soll jedes Kleidungsstuck nur ein einziges Mal getragen heben. Das Museum zeigt u.a. seinen zweistockigen Kleiderschrank aus birmanischem Teakholz, der stolze 72 m lang ist. Ebenfalls besichtigt werden konnen die fruheren Raume der Palastdienerschaft, personliche Habseligkeiten des siebte Nizams und diverse Geschenke, die der Herrscher zu seinem 25-jahrigen Thronjubilaum erhielt. Zu den unglaublich prachtigen Stucken zahlen ein paar erlesene Kunstwerke. Dank der tollen Museumsfuhrer sind Besucher jederzeit uber alles im Bilde.
Den Rest des Purani Haveli nimmt heute eine Schule in Beschlag. Dennoch kann man uber das Gelande schlendern und einen Blick in das Verwaltungsgebaude im ehemaligen Wohnhaus des Nizams werfen.
GOLCONDA FORT : GroBtenteils stammt die Festung aus dem 16. Jh. und damit aus der Zeit der Qutab-Shah-Herrscher. Teile der ursprunglich aus Lehm erbauten Anlage lassen sich jedoch in die altere Yadava-und Kakatiya-Epoche datieren.
Golconda war fast 80 Jahre lang Hauptstadt des eigenstandigen Staats Telangana, bis Sultan Quali Qutab Shah 1590 die Festung verlieB und seine Residenz in die neu gegrundete Stadt Hyderabad verlegte.
Im 17.Jh. marschierten die Mogularmeen Delhis im Konigreich Golconda ein, um Tribute einzufordern. Abul Hasen, der letzte der Qutab-Shash, hielt in Golconda der Belagerung durch das riesige Heer Prinz Aurangzebs acht Monate lang stand, der am Ende nur mithilfe eines Verraters in der Stadt den Sieg davontrug.
Wer das Fort betrachtet, kann verstehen, warum die Mogularmee beinahe geschlagen worden ware. Die Zitadelle ist auf einem 120 m hohen Granithugel erbaut und von mit Zinnen versehenen Schutzwallen aus groBen Mauerblocken umgeben. Ein weiterer mit Zinnen versehener Wall um die Zitadelle herum hat einen Umfang von 11 km, dem wiederum ein dritter Mauerring vorgelagert ist. Die massiven Tore waren zum Schutz vor Kriegselefanten mit langen Eisennageln besetzt.
Dass die Menschen in der Festung uberlebten, verdankten sie dem Wasser und der guten Akustik. In der Erde versteckte glasierte Tonrohre stellten eine regelmaBige Wasserversorgung sicher. Die Akustik garantierte, dass selbst das Fallen einer Stecknadel vor dem GroBen Portikus ein Echo erzeugte, das in der gesamten Anlage zu horen war.
QUTAB-SHAH-GRABMALER :Die anmutigen, mit Kuppeldachern versehenen Grabmaler befinden sich in landschaftlich Garten etwa 1,5 km nordwestlich vom Balahisar-Tor der Festung Golconda. Man kann leicht den halben Tag damit zubringen, Fotos zu knipsen und immer wieder die Mausoleen und anderen Gebaude zu besichtigen. Wer die enge Treppe zur oberen Ebene des Grabmals von Mohammed Quali hinaufsteigt, bekommt einen guten Ausblick auf die Umgebung. Das Heftchen The Qutab Shahi Tombs wird am Ticketschalter angeboten.
MECCA MASJID : Die Mecca Masjid neben den Charminar zahlt zu den groBten Moscheen der Welt. Im Inneren finden bis zu 10 000 Glaubige Platz-allerdings keine weiblichen.
Der Grundstein wurde 1614 unter Mohammed Quali Qutab Shah gelegt. Die Bauarbeiten dauerten allerdings bis 1687. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich 1687. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich GroBmogul Aurangzeb bereits das Konigreich Golconda unter den Nagel gerissen. Der Name der Moschee ruhrt von mehreren Backsteinen uber dem Eingangsportal her, die aus Lehm aus Mekka gebrannt wurden. Die Saulengange und Torbogen mit eingravierten Koranversen wurden jeweils aus einzelnen Granitplatten hergestellt. Das Rohmaterial stammte aus einem 11 km entfernten Steinbruch. Fur den Transport benotigte man ein Gespann mit 1400 Ochsen.
